n.19 Ich habe Instagram gelöscht und weiß noch nicht, wohin jetzt
Prototyp 7.0, ein Leben ohne Instagram und ein Dumbphone namens BYOK. Über die ehrliche Antwort auf "Wann kommt Insightopia raus?" und warum manche Dinge einfach ihre Zeit brauchen.
Wie bringt man etwas in die Welt, ohne von ihrer Strömung mitgerissen zu werden?
Servus beinand,
hier bin ich, Daniel, gedanken-zwitschernd auf dem Weg in deinen Kopf.
—> you can find the english translation below.
Die letzten 8 Wochen waren geprägt von beflügelnden Hindernissen und heute ist ein Tag zum Reflektieren. Woher ich das weiß – nun ja, ich habe nun ein merkwürdiges Gerät namens BYOK, das die maximale Unaufdringlichkeit von Dumb-Tech immens gut verkörpert. Es ist schlichtweg ein Bildschirm und ein Keyboard, denn BYOK steht für „Bring Your Own Keyboard". Auf eine seltsame Art ist es eine Antwort auf meine eigene Frage, die ich vor genau 55 Tagen in einem Instagram-Video gestellt habe. Damals meinte ich noch, ich würde in diesen 55 Tagen meinen Reifungsprozess dokumentieren und täglich Updates posten, wie es mit dem Spiel und dem kreativen Business vorangeht. Das Ende vom Lied war, dass ich 2 Tage nach Start der Kampagne Instagram deinstallierte und es nicht über mich brachte, noch einmal zurückzukehren. Ich meine, natürlich haben die sozialen Medien schon auch ihre Vorteile, ganz klar. Gesehen werden, verkaufen, sich mit Gleichgesinnten online verbinden. Es kann auch sein, dass ich wieder dorthin zurückkehre. Doch im Moment spüre ich einen Widerstand, über den ich nicht hinüberkomme. Ich forste nach Möglichkeiten, unsere Spiele in die Welt zu tragen, ohne von der Strömung der sozialen Medien davongerissen zu werden. Insbesondere weil sich das Profil unseres ersten Spiels, Insightopia, immer mehr als einen nicht-digitalen Gegenentwurf zum lebensfeindlichen Umgang mit KI und den sozialen Medien versteht. Paradoxerweise muss ich ehrlich dazusagen, dass ich ja selbst super neugierig Technik gegenüber bin und wohl eben deswegen auch auf diese ganzen Gefahrenbereiche stoße. Auch die Prägung und Perspektive aus meinem psychologischen Hauptjob ist nicht hilfreich, um die gesundheitsabträglichen Effekte genannter Tools zu ignorieren. Gleichzeitig fühlt es sich an, als ob ich mir meinen eigenen Ast absäge, und die große Frage bleibt offen, wohin ich gehen muss, damit meine Arbeit von den richtigen Menschen gesehen wird.
Doch nun zu der Klassikerfrage schlechthin: „Wann kommt Insightopia raus?" Ich kann mir schon vorstellen, dass viele von euch diesem Newsletter vor allem auch darum folgen, weil ihr Bock auf unser Spiel habt. Die kurze Antwort ist weiterhin: „Noch nicht." Wir sitzen ehrlichgesagt gerade am Prototyp 7.0, den wir aller Voraussicht nach am Prototypentesttag in Haar in 3 Wochen dabei haben werden. Diesen wollen wir mit dem Typ 6.0 vergleichen, um die final-finale-finalste Mechanikfestlegung für das Spiel zu entscheiden. Auch eine Möglichkeit wäre, zu einem späteren Zeitpunkt alle 3 Grundarten des Spiels zu veröffentlichen.
Playful Practice 😜: Iteriere & serviere.
Es ist ein bisschen wie mit dem Green Auberginen Curry, das wir gerade zum Mittagessen hatten. Es wurde durch ein sauer-süßes Rhabarber-Chutney ergänzt und auch ein saftiger Reis kam nicht zu kurz. Salzig, sauer, weich, cremig, crunchy. So viele Texturen und Geschmäcker verweben sich und ergeben zusammen etwas Neues. Und mit Spielen ist es auch so. Manche Mechaniken wirken erst zusammen so richtig rund. Und nach diesem tasty Gefühl sind wir auf der Pirsch. Leider oder zum Glück dauert es dann immer sehr lange, eine neue Idee auch wirklich beurteilen zu können, weil die Erstellung des Prototyps und das Finden von Spieler:innen einfach maßgeblich ist. Und während man dann die eine Idee endlich so richtig beurteilen und testen kann, kamen einem schon 3 neue Blitzgedanken, die unbedingt ausprobiert werden wollen.
Alles in allem war das ein kleiner Einblick in die gegenwärtigen Geschehnisse. Ich will nicht zu viel verraten und verabschiede mich deswegen mit einem „bleib gespannt" und bitte vor allem auch „entspannt".
Mit Liebe und Spiel, Daniel