n.6 Nichts Nützliches entsteht durch Anstrengung

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n.6 Nichts Nützliches entsteht durch Anstrengung

Baloo der Bär, ein Freund im Café und die Erkenntnis, dass sich das Projekt löste, sobald ich aufhörte, es zu erzwingen.

Im Februar 24 waren wir zum ersten Mal mit unserem Spiel Insighttopia auf der Spieleerfindermesse in Nürnberg. Wie ihr sehen könnt, war das Spiel damals noch viel größer, die Anleitung länger, und ich war aufgeregter, als ich es lange nicht mehr gewesen war. Unsere wichtigste Erkenntnis von der Messe: Kein einziger der großen Verlage hatte ein Spiel wie Insighttopia in seinem Katalog. Das hat uns klargemacht, dass wir auf unsere eigene Nase hören müssen, um den Entwicklungs- und Verlagsweg für dieses Projekt zu finden.

🔍 Eine Leitfrage, die uns im weiteren Entwicklungsprozess des Spiels immer wieder geholfen hat, lautet:

„Wie würde das aussehen, wenn es einfach wäre?"

So haben wir uns von der Idee verabschiedet, ein komplexes Spiel aus vielen Teilen produzieren zu wollen, und den „einfachen Weg" zur heutigen, viel kompakteren und minimalistisch-eleganten Spielversion gefunden. Weiter unten findet ihr die aktuelle Rückseite des Spiels mit einer kurzen Anleitung. Was sind eure ersten Gedanken und Assoziationen dazu?

Playful Practice 😜: Nichts Nützliches entsteht durch Anstrengung
Diesen Satz krieg ich einfach nicht mehr aus dem Kopf. Über lange Phasen meines Lebens hab ich mich oft als super-kompetitiven Menschen gesehen. Immer der schnellste Läufer beim Fußballtraining sein müssen, in der Schule die beeindruckendsten Präsentationen abliefern, jeden Tag ins Fitnessstudio gehen, um den Traumkörper zu bekommen. Wenn ich daran zurückdenke, überkommt mich ein müdes Grinsen, und mein Nacken verspannt sich ein bisschen.
Balu der Bär aus dem Dschungelbuch singt: „Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit, da vertreibst du alle Sorgen …" – und ich bin froh, dass ich dieses Mantra schon als Kind gelernt habe. Ich komme nicht aus einem hyper-ambitionierten Elternhaus, und spätestens seit der Mitte meines Psychologiestudiums konnte ich meinen inneren Leistungsdruck immer mehr loslassen.
Ein enger Freund hat mir mal geraten: Wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, wenn eine Entscheidungssituation einfach unüberschaubar wirkt, kann ich mich einfach „auf den großen Stein setzen" und warten, bis sich die Lage klärt. Als ich also von der Spielemesse nach Hause kam und gestresst war – ob und wie ich dieses riesige Projekt stemmen soll, woher ich all die verschiedenen Materialien bekomme, ob ich andere Verlage kontaktieren sollte, und so weiter und so fort … hab ich zum Glück erst mal gar nichts gemacht. Ein paar Tage später traf ich einen engen Freund in einem Café, und im Laufe des Gesprächs kamen uns ein Dutzend Ideen, die den Entwicklungs- und Verlagsprozess drastisch erleichtern würden – und mein inneres Gefühl zum Projekt entspannte sich.

Alle Liebe an dich und die Deinen 💜,
Daniel